[Rezension] Märchenhaft erlöst (Teil 2) – Maya Shepherd

„Die Augen sind der Spiegel der Seele und doch machen sie uns blind für die Wahrheit.“ Eine schwarze Wolke zieht über das Land, die überall wo sie vorüberkommt Zerstörung und Tod hinterlässt. Selbst vor dem Schloss von Chóraleio macht sie keinen Halt und trägt es mit sich ins Nirgendwo. Heera und den anderen erwählten Mädchen gelingt die Flucht. Das Schicksal von Prinz Lean und des gesamten Königreichs liegt nun in ihren Händen. Sie müssen sich erneut auf eine gefährliche Reise ins Ungewisse begeben. Dabei lernen sie schnell, dass ihren Augen nicht zu trauen ist.

Drei schwarze Reiter, geboren aus Tod und Zerstörung, jagen über das Land.

Dieses zauberhafte Märchen fasziniert mich immer mehr.  Und das Cover gefällt mir wesentlich besser als das von Teil 1. Ihr wisst, ich achte sehr auf das Cover, einfach weil es nun mal das erste ist, was man sieht… Bei Teil 1 war es mir persönlich einfach zu lila/pink und ich mochte die zu starre seitliche Perspektive des Mädchens nicht. Hier mag ich das knallige rot und finde es schön, dass man das Gesicht leicht sehen kann. 

Was die Geschichte selbst angeht, kann ich nur sagen: Ein wunderschönes Märchen und zwar ein langes Märchen 😉 Jeder kennt Märchen aus seiner Kindheit, hat sie selbst gelesen oder vorgelesen bekommen und jeder weiß: Märchen sind eigentlich eher Kurzgeschichten, die von einem allwissenden Erzähler erzählt werden und nur spärlich mit Emotionen gesät sind. Bei Teil 1 musste ich nach einigen Seiten stoppen, einfach weil ich nicht recht in den Erzählstil reinkommen wollte. Also, was habe ich getan? Genau! Ich habe mir mein Märchenbuch geschnappt, ruck zuck mal eben 2-3 Märchen gelesen und mich dann wieder an Märchenhaft gesetzt. Und ES HAT FUNKTIONIERT! ★ Ich war sofort drin, immer mehr konnte mich das Märchen für sich gewinnen und ebenso die ganze Geschichte rund um Lean und Heera.
Ich habe mich also waaaahnsinnig auf Teil 2 gefreut und diesen auch 
innerhalb von 2 Tagen gelesen. Man musste mich für diverse 
unwichtige Tätigkeiten wie Essen, Toilette, Arbeit und ins Bett gehen 
beinahe mit Gewalt von meinem Kindle lösen ☺
Aber ich schweife ab… Diese Geschichte ist einfach ein klassisches Märchen – ohne eins zu sein! Das macht Maya Shepherd einfach klasse. Die typische Märchenerzählung als Roman, einfach ein XXL-Märchen! Wie gesagt, muss man sich daran erst gewöhnen, naja zumindest ich musste das, denn man liest solche Geschichten, Märchen und ähnliches mit auktorialem Erzähler und einer, ich würde fast sagen, eher nüchternden Erzählung doch mittlerweile eher selten. Die meisten Bücher schmeißen einem die Emotionen der Protagonisten beinahe ins Gesicht, hier muss man sich diese dazudenken bzw. zusammenreimen. Außerdem werden hier viele bekannte Märchen eingewoben in die Geschichte, mit ihr verknüpft und etwas Altbekanntes wird auf einmal zu etwas Neuem, Anderem. Das war spannend und aufregend… und das war es ohne einen Funken Emotion 😀 Verrückt oder? Das klingt alles so, als würde es nicht gehen und passen, zumindest wenn ich es für euch aufschreibe, aber es passt! Es ist klasse! 
Heera und die anderen Auserwählten treffen endlich auf die Prinzessinnen, die um Leans Hand kämpfen, aber jede von ihnen hat einen anderen Grund für die Heirat und nicht immer ist es Liebe! Die böse Hexe verursacht wieder großes Chaos und am Ende müssen alle zusammenhalten um die verschiedenen Königreiche, besonders Choraleio, und auch Prinz Lean zu retten. 

Eine kleine Sache hat mir gefehlt: Eine bessere Abgrenzung, wenn es Personen-/Ortswechsel gab. Es gab an vielen Stellen keinen Absatz, wenn von Medeas Erzählung z.B. auf Heeras gewechselt wurde. Das kam oft sehr ruckartig und hat mich etwas rausgerissen, weil ich nicht darauf vorbereitet gewesen war. Der Erzähler redet also über die eine Person an einem Ort und eine Zeile darunter redet er sofort von einer anderen Person an einem anderen Ort. Manchmal war das irritierend und ein Absatz hätte gut getan. Ansonsten war das Buch wirklich schön zu lesen. Besonders die Kapitelüberschriften, also die einleitenden Sprüche/Gedichte passend zum Märchen waren klasse!

Die Protagonisten sind allesamt tolle Charaktere und bei all den Geschehnissen sind Neben- und Hauptdarsteller kaum auseinander zu halten. Die wichtigsten sind wohl die böse Hexe, Lean, Heera, Medea, die Lerche, Daphne… hach und so viele mehr ❤ 

Heera ist nicht länger die Furchtlose, denn sie beginnt zu lieben! Die Lerche ist so viel mehr als nur das und eigentlich hat man das nach Teil 1 ja schon vermutet 😉 auch, was dahintersteckt. Jeder Charakter zeigt neue Facetten und in jedem steckt mehr, als man zu Beginn dachte. Heera ist mein Liebling, sie ist einfach liebevoll und mutig gestaltet, sie opfert sich auf, sie ist selbstlos und bleibt immer sie selbst… sie ist mir richtig ans Herz gewachsen. Lean – dieser Idiot! Tut mir leid 😀 Eigentlich mag ich Lean, sehr sogar! Aber manchmal ist er ein Hornochse! HORNOCHSE!!!! Ich habe den Kindle geschüttelt und geschüttelt und geschüttelt aaaarghhhh! Und nun ist Band 2 zu Ende.. ja und mit was für einem Ende^^ Ich muss jetzt bis zum Frühling auf Band 3 warten und habe vor lauter Sehnsucht wieder mein Märchenbuch rausgeholt.

 Ich kann es nur empfehlen! 🙂

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SHOWHIDE Comment (1)
  1. Hey Ava,
    ich habe den ersten Band mit großer Begeisterung gelesen und freue mich auf Band zwei, auch wenn mir momentan ein bisschen die Zeit fehlt.
    Die Sache mit den fehlenden Absätzen ist mir schon in Band 1 aufgefallen, und hat mit manchmal ziemlich irritiert, ansonsten war es aber sehr angenehm zu lesen, auch wenn sich diese "märchenhafte" Stilistik natürlich vom gewöhnlichen Lesefluss abhebt.
    Liebe Grüße
    Jana

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